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Dauerausstellung "Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel"

Die Gedenkstätte in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wolfenbüttel erinnert seit 1990 an die im Strafgefängnis Hingerichteten und Inhaftierten sowie an die Rolle der Justiz bei der nationalsozialistischen Verfolgungs- und Mordpolitik. Das Strafgefängnis Wolfenbüttel war Teil eines vernetzten Systems von Haftanstalten, das über die Reichsgrenzen hinausreichte. Dies unterstreicht die europäische Dimension des heutigen Erinnerungs- und Bildungsortes. Bis 1945 war das Strafgefängnis Wolfenbüttel die zentrale Haftanstalt im damaligen Freistaat Braunschweig. In der Weimarer Republik verfolgte der damalige Gefängnisdirektor Weiß einen reformorientierten Ansatz zur gesellschaftlichen Integration der Gefangenen nach ihrer Entlassung. Seit 1933 nahm die Anzahl der Gefangenen schnell zu. Während der Verhaftungswellen nach der „Reichstagsbrandverordnung“ und in den folgenden Jahren diente das Gefängnis u.a. als Haftstätte für politische Gegner. Im November 1938 wurden im Strafgefängnis Wolfenbüttel alle im Land Braunschweig nach der Pogromnacht verhafteten jüdischen Männer vor dem Weitertransport in das Konzentrationslager Buchenwald festgesetzt. Auch die zunehmende Einbeziehung der Justiz in den Gesamtprozess von Unterdrückung und Vernichtung – nicht nur innerhalb des Deutschen Reiches, sondern auch nach dem Kriegsbeginn 1939 als Teil der Besatzungspolitik – lässt sich beispielhaft am Strafgefängnis Wolfenbüttel zeigen.



Ort

Wolfenbüttel

Jahr

2017

Größe

850 qm

Team

Stefan Blaas
Daniel Finke
Studio SML
Sven Michel
Lena Roob
Margaret Warzecha

Auftraggeber

Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten

Leistungen

Gestaltungsentwurf für die geplante Dauerausstellung

Credits

Copyright Tatwerk